Beschäftigung von Flüchtlingen
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Beschäftigung von Geflüchteten

Geflüchtete haben unterschiedliche Zugänge zum Arbeitsmarkt: Es hängt von ihrem Aufenthaltstitel und Status ab. Hier wird ein Überblick gegeben, um Handwerksbetrieben eine erste Orientierung über Beschäftigungsmöglichkeiten zu geben.

Es gibt die Unterscheidung in zwei Statusgruppen: Personen mit einem sog. "gesicherten" und "ungesicherten" Aufenthalt (Asylsuchende und "Geduldete")

  • Personen mit gesichertem Aufenthalt = Aufenthaltstitel aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen), z.B. syrische "Kontingentflüchtlinge"
  • Personen mit ungesichertem Aufenthalt/Duldung = eigentlich ausreisepflichtig, aber aus bestimmten Gründen wird das nicht umgesetzt, oder im Asylverfahren
     

Regelungen für die Beschäftigung von Personen mit gesichertem und ungesichertem Aufenthalt

Personen mit gesichertem Aufenthalt: 

  • Gem. § 31 Beschäftigungsverordnung ohne Sperrzeit und Zustimmung der Arbeitsagentur Erteilung einer Beschäftigungserlaubnis durch die Ausländerbehörde möglich

Personen mit ungesichertem Aufenthalt:

  • Differenzierte Regelungen, aber grundsätzlicher Zugang zu Beschäftigung und Leiharbeit ab dem 4. Monat Aufenthalt mit Zustimmung der Ausländerbehörde möglich; die Agentur für Arbeit in Hamburg prüft nur noch Beschäftigungsbedingungen, d.h. z.B. wird gesetzlicher Urlaubsanspruch, Mindest- oder Tariflohn gewährleistet.
  • Mit dem Inkrafttreten des Integrationsgesetzes am 6. August 2016 wurde die Vorrangprüfung der Agentur für Arbeit in Hamburg für drei Jahre außer Kraft gesetzt.
  • Regelungen zur "Blauen Karte EU" für den Arbeitsmarktzugang von Hochschulabsolventen gelten auch für Asylsuchende und Geduldete
  • Zugang über Berufe der Positivliste der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit nach § 6 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Beschäftigungsverordnung. Diese Liste weist jene nicht-akademischen Berufe und Berufsgruppen aus, in denen ein Fachkräftemangel herrscht und für welche ein erleichterter Zugang (ohne Vorrangprüfung) für qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten zum Arbeitsmarkt besteht.

Praktika

Personen mit gesichertem Aufenthalt:

  • Gem. § 31 Beschäftigungsverordnung ohne Sperrzeit und Zustimmung der Arbeitsagentur Erteilung einer Beschäftigungserlaubnis durch die Ausländerbehörde möglich

Personen mit ungesichertem Aufenthalt (Duldung oder Gestattung):

Gemäß Beschäftigungsverordnung, §32, Abs. 2, Nr. 1 sind bestimmte Arten von Praktika mit der Zustimmung der Ausländerbehörde möglich, aber nicht zustimmungspflichtig durch die Agentur für Arbeit:

  • Praktikum als Orientierung für Berufsbildung oder Studium
  • Praktikum als Pflichtbestandteil schulischer Ausbildung oder Studium
  • Praktikum zur Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 68-70 BBiG
  • Einstiegsqualifizierung nach §54a SGB III
  • Praktikum zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im Handwerk: Weitere Informationen siehe unter Anerkennungsberatung.

Berufsorientierung und Ausbildung: Weitere Informationen siehe unter Ausbildung von Geflüchteten.



Die Handwerkskammer im Hamburg Welcome Center (HWC)

Das Hamburg Welcome Center richtet sich an Menschen mit im Ausland erworbenen beruflichen Kompetenzen oder migrationsbezogenem Beratungsbedarf sowie an Unternehmen, die Unterstützung bei der Einstellung von Menschen mit Migrationshintergrund benötigen.



Die Handwerkskammer Hamburg unterstützt das Hamburg Welcome Center mit zwei Fachberaterinnen, die eine auf das Handwerk zugeschnittene Beratung bieten.

Weitere Informationen auf der Internetplattform des Hamburg Welcome Center.

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